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EnBW führt Wertberichtigungen auf Kraftwerkspark durch

Kohlekraftwerke weiter unter wirtschaftlichem Druck / Operatives Konzernergebnis bleibt unberührt

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17.7.2021 Karlsruhe. Gestiegene Anforderungen an den Klimaschutz und eine sich verschärfende Klimagesetzgebung lassen die Ertragskraft vor allem von Kohlekraftwerken weiter sinken.

Vor diesem Hintergrund passt die EnBW ihre mittel- bis langfristigen Wirtschaftlichkeitsprognosen an die aktuellen Marktprämissen an. In der Konsequenz führt dies zu deutlichen Wertberichtigungen und einer Erhöhung von Rückstellungen.

Von den geänderten Erwartungen an das Marktumfeld sind in geringem Umfang auch Offshore-Windparks betroffen.

Insgesamt betragen die Sondereffekte rund 1,25 Milliarden Euro. Die Wertberichtigungen sind jedoch rein bilanzieller Natur und haben keine Auswirkungen auf das operative Ergebnis und damit weder auf die Ergebnisprognose für 2021 noch auf die Höhe der Ausschüttung der Dividende für das Geschäftsjahr 2021.

Im Rahmen der Erstellung ihres Halbjahresabschlusses hat die EnBW im Geschäftsfeld Nachhaltige Erzeugungsinfrastruktur einen Wertberichtigungsbedarf von rund 950 Millionen Euro identifiziert.

Der deutlich größte Teil entfällt dabei auf die konventionellen Kraftwerke (ca. 700 Millionen Euro). Dabei erwartet die EnBW im Wesentlichen verschärfte Anforderungen, die sich aus dem Klimaschutz ergeben.

Aufgrund dieser Annahmen müssen auch die Rückstellungen für drohende Verluste aus nicht mehr kostendeckenden Strombezugsverträgen* um 300 Millionen Euro erhöht werden.

In geringerem Umfang sind auch Offshore-Windparks betroffen (ca. 250 Millionen Euro). Grund für die Abschreibungen auf die Offshore-Parks sind in erster Linie bilanzielle Effekte etwa aus dem EEG-Stauchungsmodell**, die jedoch keinen Einfluss auf den operativen Betrieb haben.

Hinzu kommen neue Erkenntnisse über die Entwicklung der Windverhältnisse auf See sowie die langfristige Entwicklung der Strompreise. Hier geht die EnBW insbesondere langfristig von leicht sinkenden Markterlösen gegenüber ihren bisherigen strategischen Erwartungen aus.

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Sowohl die Wertberichtigungen für die eigenen Kraftwerke als auch die Drohverlustrückstellungen für die eingekauften Strommengen sind Sondereffekte. Sie belasten zwar den Jahresabschluss für 2021, haben jedoch weder Einfluss auf das operative Geschäft noch auf die Ergebnisprognose (Adjusted EBITDA) für das Gesamtjahr 2021. EnBW veröffentlicht ihre Halbjahresergebnisse am 29. Juli 2021.

Hintergrund:

* Was sind „Drohverlustrückstellungen“?

Die EnBW betreibt einen eigenen Kraftwerkspark und bezieht darüber hinaus auch Strom aus Kraftwerken, die nicht zum Konzern gehören. Für diesen gelieferten Strom hat sich die EnBW verpflichtet, den Betreibern alle Kosten zu ersetzen.

Aufgrund der verschlechterten Marktsituation können auch diese Kraftwerke, ebenso wie die EnBW-eigenen Anlagen, nicht mehr profitabel betrieben werden. Dadurch entsteht für die EnBW über die Vertragslaufzeit ein Verlust, für die das Unternehmen sogenannte Drohverlustrückstellungen bilden muss.

** EEG Stauchungsmodell

Die Betreiber von EEG geförderten Offshore-Windanlagen können sich für das sogenannte Stauchungsmodell entscheiden. Mit ihm erhalten sie eine höhere Anfangsförderung als im Basismodell, allerdings nur für einen verkürzten Zeitraum von acht Jahren.

Der Betrieb bringt in den ersten 8 Jahren also mehr Geld pro Kilowattstunde als die späteren Jahre. Die planmäßige Abschreibung erfolgt jedoch linear über die gesamte Laufzeit.

Die Differenz zwischen dem jährlichen Wertbeitrag und dem durch die lineare planmäßige Abschreibung erfassten Werteverzehr ist als außerplanmäßige Abschreibung zu erfassen.

Quelle: EnBW
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