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Die Elektromobilitäts-Strategie von Bosch

1.3.2018 Stuttgart. Bosch strebt die Marktführerschaft in dem ab 2020 entstehenden Massenmarkt für Elektromobilität an. Dazu setzt Bosch auf System-Know-how sowie die Entwicklung und Produktion der Schlüsselkomponenten des elektrischen Antriebs wie Elektromotor, Leistungselektronik und Batteriesysteme.

Batteriezellen: Bosch setzt auf Zukauf statt Eigenfertigung

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Zellen zum Bau von Batteriesystemen wird das Unternehmen auch künftig zukaufen. Aus wirtschaftlichen Gründen hat sich Bosch gegen den Aufbau einer eigenen Zellfertigung entschieden. „Für Bosch ist es wichtig, die Zelle technisch zu verstehen, fertigen müssen wir sie nicht“, sagt Dr. Rolf Bulander, Geschäftsführer der Robert Bosch GmbH und Vorsitzender des Unternehmensbereichs Mobility Solutions.

Aktuell erweitern etablierte Fahrzeughersteller ihre Fahrzeugpaletten um zahlreiche, elektrifizierte Modelle. Parallel treten Start-ups mit neuen Elektromobilitäts-Konzepten in den Markt ein. Dieser dynamischen Marktentwicklung trägt die Elektromobilitäts-Strategie von Bosch Rechnung. Das Ziel: Bosch will elektrisches Fahren alltagstauglicher und bereit für den Massenmarkt machen. Die Strategie, die Bosch auf diesem Weg verfolgt: Die Energieeffizienz von Elektrofahrzeugen erhöhen, durch System-Know-how alle Komponenten des Antriebsstrangs intelligent verbinden und Elektromobilität durch standardisierte Komponenten skalierbar und bezahlbar machen. Über das Fahrzeug hinaus entwickelt Bosch zudem Lösungen für die Ladeinfrastruktur. Das kürzlich vorgestellte „system!e“ wird mit internetbasierten Services wesentlich die Alltagstauglichkeit des elektrischen Fahrens steigern.

Ausbau des Batteriegeschäfts – „Center of Competence“ für Technologieentwicklung

Bosch wird die Zellen für Hybrid- und Elektroauto-Batterien weiterhin mit Zellzulieferern konzipieren und von diesen beziehen. Aus diesem Grund beendet das Unternehmen die zur Bewertung einer eigenen Zellfertigung durchgeführten Forschungsaktivitäten im Bereich aktueller und künftiger Zell-Technologien. Das im Bereich der Lithium-Ionen-Technologie tätige Gemeinschaftsunternehmen Lithium Energy and Power GmbH & Co. KG (LEAP) wird beendet. Das im Bereich der Festkörperzell-Technologie forschende Tochterunternehmen Seeo soll veräußert werden. Das in den vergangenen Jahren aufgebaute, umfangreiche Know-how im Bereich der Batteriezellen wird Bosch in einem Center of Competence weiterentwickeln. Eine mittlere dreistellige Zahl von Mitarbeitern wird zudem, wie teilweise bisher auch, im Bereich Batteriesysteme tätig sein. Sie werden Batteriemanagementsysteme und 48-Volt-Batteriesysteme entwickeln und Zellen spezifizieren. „Bosch ist schon heute in der Lage, einzelne Komponenten in Gesamtsysteme zu integrieren. Wir bauen hocheffiziente 48-Volt-Batteriesysteme und entwickeln attraktive Batteriemanagement-Systeme“, erklärt Dr. Mathias Pillin, der bei Bosch die Elektromobilitätsaktivitäten verantwortet. Von der Technologieentwicklung des Center of Competence profitieren neben Automotive-Anwendungen auch Produkte anderer Bosch-Unternehmensbereiche wie Haushaltsgeräte und Elektrowerkzeuge.

Technisches Potenzial vorhanden – wirtschaftliche Risiken hoch

Unabhängig von der jetzt getroffenen Entscheidung sieht Bosch großes technisches Potenzial in der Festkörper-Technologie. „Auf der technischen Seite haben wir sehr gute Entwicklungsfortschritte erzielt. Die Festkörper-Technologie ist der richtige Pfad“, so Pillin weiter. Die jetzt getroffene Entscheidung, Zellen auch künftig zuzukaufen, ist das Ergebnis einer intensiven wirtschaftlichen Prüfung. Im Zuge dieser Bewertung hat sich gezeigt, dass die Investition in eine Industrialisierung von sowohl weiterentwickelten als auch künftigen Zelltechnologien zu
risikobehaftet ist. Berechnungen haben ergeben, dass sich alleine die Anfangsinvestition in eine wettbewerbsfähige und marktrelevante Zellfertigung auf rund 20 Milliarden Euro beliefe. Mit dieser Summe ließen sich Fertigungskapazitäten von rund 200 Gigawattstunden aufbauen. Das entspräche einem Marktanteil von 20 Prozent und damit einer führenden Marktposition.

Zu den hohen Anfangsinvestitionen kämen Betriebskosten in Milliardenhöhe. Zudem entfallen drei Viertel der Herstellkosten auf Materialkosten. In nur einem geringen Anteil der Wertschöpfung können also Wettbewerbsvorteile erarbeitet und ausgespielt werden. Es bleibt mit Blick auf die dynamischen und nur schwer vorhersagbaren externen Marktfaktoren offen, ob und wann sich diese Investition für Bosch rechnen würde. Eine solch risikobehaftete Investition ist damit im Gesamtinteresse des Unternehmens nicht vertretbar.

Bosch besitzt Kompetenz im ganzen „Ökosystem Elektromobilität“

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Zudem zeigt sich, dass vor allem das Verständnis der Batteriezelle, nicht aber eine eigene Zellfertigung, ausschlaggebend für den unternehmerischen Erfolg in der Elektromobilität ist. Bosch ist auch ohne Zellfertigung in der Elektromobilität gut aufgestellt. „Fürs elektrische Fahren wollen wir Partner Nummer Eins sein. Wir sind heute führend im Bereich des Powertrains und wir werden es auch künftig sein“, so Bulander. Schon jetzt sind weltweit mehr als 800 000 Fahrzeuge mit elektrischen Antriebskomponenten von Bosch unterwegs. Über 30 Serienprojekte hat das Technologie- und Dienstleistungsunternehmen mit etablierten Fahrzeugherstellern und Start-ups weltweit realisiert. Im größten und am schnellsten wachsenden Elektroautomarkt China ist Bosch Marktführer. Das Portfolio des Unternehmens reicht von Leistungselektronik über 48-Volt-Mild-Hybrid-Batterien und Batteriemanagement-Systeme bis hin zu Elektromotoren und elektrischen Achssystemen. Bosch-Technik lässt sich in so gut wie jeder Fahrzeugklasse finden: Das Unternehmen entwickelt und produziert Komponenten für elektrifizierte Fahrräder, Roller, Pkw und Nutzfahrzeuge. Bulander weiter: „Kein Unternehmen ist in der Elektromobilität so breit tätig wie Bosch.“ In Zusammenarbeit mit verschiedenen Automobilherstellern verschafft Bosch Fahrern von Elektrofahrzeugen beispielsweise mittels Charging-Apps Zugang zu aktuell rund 17 400 Ladestationen in fünf europäischen Ländern. „Bosch besitzt Kompetenz im ganzen Ökosystem der Elektromobilität – von serienerprobten Komponenten für elektrifizierte Anwendungen bis hin zur Vernetzung mit der Ladeinfrastruktur“, so Bulander.

Die Elektromobilitäts-Strategie von Bosch

Strategiepfeiler 1: System-Know-how ist Alleinstellungsmerkmal

Den Schlüssel zur Marktführerschaft in der Elektromobilität sieht Bosch in einem übergreifenden System-Ansatz. Bei den Komponenten setzt das Unternehmen auf sein umfangreiches System-Know-how. „Unsere Kunden profitieren von unserer Kompetenz, alle Komponenten im Antriebsstrang intelligent zu verbinden. Dieses breite System-Know-how ist unser Alleinstellungsmerkmal. Es bietet für Bosch großes Geschäftspotenzial“, sagt Dr. Mathias Pillin, der bei Bosch die Elektromobilitätsaktivitäten verantwortet. Zum Portfolio von Bosch gehören die Schlüsselkomponenten des elektrischen Antriebs wie Elektromotor, Leistungselektronik und Batteriesysteme. Beispielsweise startet in diesem Jahr die Produktion einer neuen 48-Volt-Batterie für Hybridfahrzeuge.

Strategiepfeiler 2: Energieeffizienz als oberstes Entwicklungsziel

Um die Reichweite von Elektrofahrzeugen weiter zu erhöhen, arbeitet Bosch seit Jahren an einer Verbesserung der Energieeffizienz einzelner Komponenten und des Gesamtsystems. „Unsere Elektromotoren und unser elektrischer Achsantrieb sind schon jetzt Benchmark bei der Energieeffizienz. Letztlich ist bezahlbare Reichweite der Schlüssel, um der Elektromobilität zum Durchbruch zu verhelfen. Dazu braucht es ein intelligentes Zusammenspiel aller Komponenten des Antriebsstrangs“, sagt Pillin. Die Logik dahinter: Je weniger Strom Motor und Co. verbrauchen, desto länger hält die Batterieladung und desto weiter fährt das Auto. Hierzu arbeiten die Entwickler des Unternehmens an neuen Generationen von Elektromotoren, Invertern und Batteriesystemen. Weiterentwickelte Thermomanagement-Systeme können die Reichweite von Elektrofahrzeugen um bis zu 20 Prozent erhöhen. Auch spezialisierte Batteriemanagement-Systeme ermöglichen es, Batterien optimal zu steuern. Die Effizienz einzelner Zellen lässt sich so weiter erhöhen.

Strategiepfeiler 3: Standardisierung sorgt für Schnelligkeit

Bosch ist sicher, dass der Markt für Elektromobilität in den kommenden Jahren sehr stark wächst. Neueste Marktprognosen des Unternehmens gehen davon aus, dass 2025 mehr als 15 Prozent aller Neufahrzeuge Hybride oder Elektroautos sind. Im Jahr 2030 werden es bereits fast 30 Prozent sein. Mehr als 70 Prozent der Fahrzeuge werden dann mit Verbrennungsmotoren fahren, Teile davon mit elektrifizierter Unterstützung von 48-Volt-Systemen. In diesem rasanten Umfeld bewegen sich heute die unterschiedlichsten Anbieter elektromobiler Mobilität – von klassischen OEMs über Auto-Start-ups bis zu branchenfremden Unternehmen, die Fahrzeuge bauen. Bosch ist in der Lage, mit den unterschiedlichen Entwicklungszeiten- und Anforderungen mitzuhalten. Einen wesentlichen Treiber sieht Bosch in der Standardisierung von Komponenten und Systemen. Damit schafft das Unternehmen die Grundlage, um Elektromobilität für den Massenmarkt skalierbar und bezahlbar zu machen. Aktuell zeigt Bosch dies mit der eAchse, dem Elektroantrieb der neuesten Generation. Diesen elektrischen Achsantrieb verkauft Bosch an ein breites Kundenspektrum, das aus etablierten Anbietern wie auch Start-ups besteht. Dabei profitieren Bosch-Kunden auch vom weltweiten Forschungs- und Entwicklungsnetzwerk. In diesem kann das Unternehmen Projekte flexibel und nah am Kunden realisieren – egal ob in China, Europa oder Nordamerika.

Bosch besitzt Kompetenz im ganzen „Ökosystem Elektromobilität“

Kein Unternehmen ist in der Elektromobilität so breit tätig wie Bosch. Weltweit sind schon mehr als 800 000 Fahrzeuge mit elektrischen Antriebskomponenten von Bosch unterwegs. Über 30 Serienprojekte hat das Technologie- und Dienstleistungsunternehmen mit etablierten Fahrzeugherstellern und Start-ups weltweit realisiert. Im größten und am schnellsten wachsenden Elektroautomarkt China ist Bosch Marktführer. Bosch-Technik lässt sich in so gut wie jeder Fahrzeugklasse finden: Das Technologie- und Dienstleistungsunternehmen entwickelt und produziert Komponenten für elektrifizierte Fahrräder, Roller, Pkw und Nutzfahrzeuge. Bosch besitzt Kompetenz im ganzen Ökosystem der Elektromobilität. In Zusammenarbeit mit verschiedenen Automobilherstellern verschafft Bosch Fahrern von Elektrofahrzeugen beispielsweise mittels Charging-Apps Zugang zu aktuell rund 17 400 Ladestationen in fünf europäischen Ländern.

Bosch Elektromobilitäts-Strategie
Bosch Elektromobilitäts-Strategie (Foto: Bosch)
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